Haldenlandschaft Ibbenbüren Erstellung eines integrierten Haldennutzungskonzepts

Haldennutzungskonzept Ibbenbüren

Status Quo und Aufgabenstellung

Ende des Jahres 2018 hat der Steinkohlebergbau Ibbenbüren seine Förderung endgültig eingestellt. Damit endet eine 500 jährige Tradition des Bergbaus der Kohleregion Ibbenbüren, was zum Verlust eines wichtigen Wirtschaftszweiges und großen strukturellen Herausforderungen führt.

Die stadt- und landschaftsbildprägenden Strukturen der Bergbauregion werden in Zukunft nicht länger für ihre ursprünglichen Funktionen benötigt. Dies trifft neben den Zechenstandorten auch auf die Bergehalden zu. Innerhalb der Ibbenbürener Bergbaulandschaft stellen die Bergehalde Hopstener Straße und die Rudolfschachthalde wichtige Orte/Teilräume dar, die allein schon von ihrer Topographie und ihres exponierten Standortes, aber auch aufgrund ihrer Flächenpotenziale von zentraler Bedeutung für die Identität und Zukunft der Kohleregion Ibbenbüren sind.

Die Entwicklung neuer Perspektiven für Alt-Bergbauflächen ist daher nicht nur eine der zentralen Zukunftsaufgaben der Kohleregion Ibbenbüren – sie eröffnet auch Möglichkeiten und Chancen für neue Nutzungen, Qualitäten und Wertschöpfungen.

Gemeinsame Erarbeitung neuer Perspektiven– Von den ehemaligen Bergehalden zu einer innovativen Zukunftslandschaft

Nachdem in den letzten Jahren eine erste Potenzialstudie erstellt worden ist und mehrere Ideen-Werkstätten stattgefunden haben, geht es nun im Rahmen eines sogenannten „integrierten Haldennutzungskonzeptes“ darum, auf Basis dieser Grundlagen, bis Mitte des Jahres 2019 ein umsetzungsfähiges Konzept für die Halden zu entwickeln. Dabei sollen der in den letzten Jahren angestoßene, kooperativen Dialog- und Planungsprozess vor Ort fortgeführt und über den Einbezug regionaler Akteure die besonderen räumlichen Qualitäten der beiden Haldenkörper mit geeigneten Nutzungen verknüpft werden.

Im Zuge der Rekultivierung haben sich auf den beiden Halden gestalterisch und ökologisch sehr wertvolle Landschaften entwickelt. Die Bevölkerung hat sich entsprechend der Möglichkeiten die Halden erobert. In Zukunft sind innovative Nutzungen gefragt, die sensibel und intelligent mit der bestehenden landschaftlichen Qualität der Halden und ihrer Umgebung umgehen, ohne diese zu gefährden. Ziel ist eine innovative Zukunftslandschaft, die aus der besonderen Landschaft heraus neue Wertschöpfungen generiert, die berechtigten Ansprüchen des Naturschutzes berücksichtigt und vor allem der Bevölkerung zu Gute kommt.

Durch eine prozessorientierte Arbeitsweise, sollen regionale/örtliche Akteure und realisierbare Nutzungsideen gefunden und mit den standörtlichen Potentialen verzahnt werden. Zentrale Elemente sind dabei mehrere interne und externe Impulswerkstätten, in deren Rahmen vorhandene und neuhinzukommende, dem Standort angemessene Projektideen konkretisiert und jeweils Verantwortliche für die Umsetzung gefunden werden sollen. Durch synergetische Verknüpfung regionaler Akteure und deren Nutzungsideen soll ein tragfähiges Gesamtkonzept der Kohleregion Ibbenbüren möglich werden.

Räumliche Analyse und Akteursansprache

In einem ersten Schritt wurde von den Planungsbüros die räumliche und strukturelle Situation der beiden Halden und ihrer Umgebung analysiert. Die Kohleregion Ibbenbüren mit ihrer herausgehobenen Schafbergplatte ist geprägt durch eine Vielzahl von Standorten der Rohstoffgewinnung und einer Reihe landschaftsökologisch wertvoller Bereiche. Die Themen „Geologie/Rohstoffgewinnung“ und „Naturschutz“ sollen konzeptionell aufgegriffen werden. Durch neue, attraktive Wegeverbindungen können die bislang weitestgehend isolierten Haldenstandorte mit Ihrer Umgebung besser verzahnt werden, neue Nutzungen gelenkt sowie wertvolle Bereiche geschützt und miteinander verknüpft werden. Hierüber lassen sich neue Zusammenhänge herstellen und Mehrwerte für die Kohleregion insgesamt herstellen. Die beiden Haldenkörper selbst haben sehr unterschiedliche räumlich-topographische und ökologische Qualitäten und Teilbereiche, die es bei der Verortung neuer Nutzung zu berücksichtigen gilt. Im Gegensatz zum Teutoburger Wald handelt sich um ein Stück vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft der ehemaligen Kohlregion Ibbenbüren, deren historische Spuren sichtbar bleiben und in neue Nutzungskonzepte für die Zukunft eingebunden werden sollen. Bei allem naturschutzfachlichen Potential sollen aber auch die berechtigten Interessen der Bevölkerung auf Nutzung der Halden als Raum für Entspannung und Erholung nicht außer Acht gelassen werden.

Öffentliche Impulswerkstatt am 04. April 2019 mit „Markt der Möglichkeiten“

Die Planungsbüros haben damit begonnen, entlang unterschiedlicher, thematischer Handlungsfelder geeignete Nutzungsideen zu recherchieren und mögliche Akteure aus der Region anzusprechen. Ziel ist eine tragfähige Entwicklung von den ehemaligen Bergehalden hin zu einer öffentlich zugänglichen Innovations- und Zukunftslandschaft, in der sich Menschen vor Ort engagieren können.

Am Donnerstag, den 04. April 2019 fand eine erste öffentliche Impulswerkstatt zum integrierten Haldennutzungskonzept statt. Im Rahmen eines „Marktes der Möglichkeiten“ werden unterschiedliche Akteure der Region ihre jeweiligen Nutzungsideen vorstellen und in die Diskussion einbringen. Eine Vielzahl der Projektvorschläge ist so angelegt, dass die Menschen vor Ort daran mitwirken und sich engagieren können. Vor diesem Hintergrund hatten Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Werkstatt die Möglichkeit, die jeweiligen Akteure und deren potentielle Angebote kennenzulernen, Rückmeldung dazu zu geben und eigene Ideen zu formulieren.

 

 

 

Nähere Informationen unter:

www.gute-aussichten.info/die-halden

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In Kooperation mit

Stadt Ibbenbüren

Schnittstelle Kohlekonversion
Roncallistraße 3-5
49477 Ibbenbüren